Berichte & Beiträge | Die Geschichte von Hodod
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Die Geschichte Hadads

(Auszug aus einer Veröffentlichung des Kreismuseums Sathmar, übersetzt von G. Erdei)


Der erste urkundliche Nachweis von Hadad stammt aus dem Jahre 1368, aber die Bedeutung,  die Hadad in kurzer Zeit im Vergleich mit den anliegenden Dörfern erlangte, lässt vermuten, dass es die Ortschaft schon früher gab. Nadisu Hododului zum Beispiel, eine Nachbarortschaft, welche die gleiche Geschichte hat, wurde bereits im Jahre 1220 im Register von Großwardein anlässlich eines Diebstahlprozesses urkundlich erwähnt.


Ende des 14. Jahrhunderts schenkte Königin Elisabeth, Witwe des Königs Ludwig I von Anjou, Hadad und Nadisu Hododului der Familie Jakcs. Mit Hauptsitz in Coseiu (Kreis Salasch) erweist sich die  Familie Jakcs in dieser Gegend als  eine der stärksten Adelsfamilien dieser Epoche. Die starke finanzielle Kraft ermöglichte ihnen an ihrem Hauptsitz den Bau einer Burg sowie die Errichtung eines Franziskanerklosters. Wie in jeder starken Adelsfamilie im Mittelalter steht bei den adligen Jakcs der Erhalt und Ausbau ihres Vermögens im Vordergrund.

 

Bis ins 16. Jahrhundert blieb die Familie Jakcs von Coseiu der wichtigste Besitzer der Dörfer Hadad und Nadisu Hododului. Als weitere Gutsbesitzer der zwei Dörfer sind auch die Familien Csire und Pazmany zu erwähnen. Ein Prozess, der die Mitgift für eine der Töchter der beiden verflechteten Jackcs Familien  regelte, endete im Jahre 1489. Das letzte männliche Familienmitglied der Jakcs, Baltazar Jakcs, verstarb im Jahre 1577 kinderlos. Obwohl das Testament seine Frau Anna als Erbin vorgesehen hatte, konnte ein erneuter Prozess den Besitz der Hadads nicht klären; somit fiel das Gut in die Hände des Fürsten von Transilvanien.


Im Mittelalter wird Hadad ein zentraler Mittelpunkt dieser Region. Für die damalige Zeit wird Hadad eine wirtschaftliche Blütezeit bescheinigt. Im Jahre 1475 konnte Hadad 47 Florin (Goldmünze) Steuer zahlen, eine stolze  Summe für die damalige Zeit. Die Ernennung zur Marktgemeinde (Oppidum) im Jahre 1482 spiegelt die erlangte wirtschaftliche Blütezeit wider. Die treibende Kraft war wahrscheinlich die Familie Jakcs von Coseiu, die im 14. Jahrhundert, kurz nachdem sie Besitzer von Hadad wurde, hier eine Burg errichtet hat.


Die strategisch-militärische Wichtigkeit dieser Burg wird in den nächsten Jahrhunderten offensichtlich, genauso wie die wirtschaftliche Ansiedlung rund um den Fuß dieser Festung. Seit Begin des 16. Jahrhunderts wurde die Hadader Burg in allen wichtigen Auseinandersetzungen zwischen dem ungarischen Königreich und dem Fürstentum Transilvanien hineingezogen. Im Jahre 1560 wurde die Hadader Burg von Ferdinand von Habsburg und Johann Sigismund Zapolya umkämpft. Die Burg wurde im Jahre 1600 von General Basta kampflos eingenommen. Im Laufe des 17. Jahrhunderts diente die Festung als Vorposten im Kampf gegen die Türken. Während des Aufstandes von Rakoczi erlangte die Burg eine strategisch wichtige Bedeutung für dessen Armee. Im Jahre 1710 wurde die Festung von den Österreichern zurückerobert. Nach Ende der Feindseligkeiten hat die Burg, wie andere Festungen in der Region, ihre militärische Bedeutung endgültig verloren.


Durch einen fürstlichen Wohltätigkeitsbeschluss im Jahre 1584 wird die Familie Wesselènyi neue Besitzer Hadads. Die Familie Wesselènyi, die ursprünglich aus dem Komitat Nograd stammt, gelangt durch zwei Abkömmlingsadern in das Fürstentum Transilvanien. Ihren Sitz hatten sie in Hadad und Jibou (Kreis Salasch). Nachdem die Festung an militärischer Bedeutung verloren hat, reift bei Familie Wesselènyi als neue Besitzer die Überlegung, ein zeitgemäßes Schloss zu erbauen, welches letztendlich im barocken Stil erbaut wurde und heute noch Bestand hat.


Durch weitere Familienverflechtungen gelangt im 19. Jahrhundert die Familie Degenfeld, ursprünglich in der Schweiz beheimatet, nach Hadad, und wird Besitzer eines weiteren Schlosses, das in der Nähe der Wesselèny Residenz liegt.


Eine der wichtigsten Handlungen der Familie Wesselèny, die die künftige örtliche Landschaft prägte, war die Ansiedlung von deutschstämmigen Siedlern in Hadad. Die typische Kultur und die wirtschaftliche Kraft dieser, hat die Architektur und die wirtschaftliche Entwicklung Hadads im Wesentlichen beeinflusst.


Mit dem Rückzug der deutschen Armee, im Jahre 1944, haben viele der Deutschen die Ortschaft verlassen. Von den Verbliebenen wurden, im Jahre 1945, 43 Personen in die Sowjetunion verschleppt. Während des kommunistischen Regimes, vor allem in den 80iger Jahren, ist die Anzahl dieser Volksgruppe, infolge der Auswanderungen, erheblich gesunken. Heutzutage ist die Zahl der Zurückgebliebenen dieser Volksgruppe unbedeutend.

 

 

 

Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 19. März 2010 um 22:00 Uhr